Der Sommerurlaub rückt näher. „Höchste Zeit, sich langsam mal Gedanken über die Urlaubsplanung zu machen.“, denke ich mir und scrolle im Internet ein paar Urlaubsseiten durch. Wohin darf es denn dieses Jahr gehen? Sind Sie da schon weiter als ich? Oder bleiben Sie gerne zuhause, im gewohnten Terrain?
In meiner Arbeit als Kinder- und Jugenddiakonin bin ich oft unterwegs mit Gruppen. Ich durfte schon mit Jugendlichen für 2 Wochen nach Namibia reisen und in die Kultur, das Land und den Glauben eintauchen.
Ich bin gerne unterwegs, mag das Abenteuer und den Aufbruch ins Unbekannte. Doch jedes Mal ist auch ein bisschen Wehmut dabei. Ich muss mich für eine gewisse Zeit von lieben Menschen aus meinem gewohnten Umfeld verabschieden, lasse meine Wohnung, meinen geliebten Kaffeevollautomaten, mein gemütliches Bett und die pflegebedürftigen Pflanzen zurück. Und vielleicht könnte ich zuhause auch etwas verpassen, während ich unterwegs bin. Es ist schon ein wenig Überwindung nötig – gerade, wenn das Ziel fremd ist. Wo werde ich ankommen? Werde ich mich wohl fühlen?
Neben der Neugier auf das Unbekannte und dem Drang nach Veränderung ist da auch diese Sehnsucht nach Verwurzelung, nach Beständigkeit, einem festen Platz im Leben. So ähnlich muss es Abraham ergangen sein, als er sich auf den Weg in ein neues Land gemacht hat und seine gewohnte Umgebung hinter sich ließ.
Unterwegs sein – angekommen sein. Zwischen diesen Polen spielt sich das Leben ab. Beides gehört zusammen. Provokativ gesagt: Wer nicht unterwegs ist, verpasst das Leben. Wer keine Heimat hat, hat keine Wurzeln.
Bei Gott können wir beides: unterwegs sein und ankommen. Mit ihm können wir sicher sein, nicht allein durchs Leben zu gehen. Gott bringt uns in Bewegung und schenkt uns die nötige Kraft zum Aufbruch. Bei ihm dürfen wir Rast machen, uns ausruhen, wenn wir auf unserem Weg müde werden oder die Last des Alltags zu schwer wiegt. Gleichzeitig finden wir bei Gott Heimat und einen sicheren Hafen, zu dem wir immer wieder zurückkehren können. Wo auch immer wir sind, Gott lädt uns ein zu kommen und zu bleiben: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28).
Carina Dohmeier, Diakonin im KGV Goslar

