Worte zum Tag

 

Umkehr beginnt, wenn ich zugebe, das ich mich verlaufen habe

Nein, wir können das nicht anders sehen, als dass dies - die Überschrift zu dieser Andacht - auch ein klarer Ruf an uns ist: Bewegt euch, entwickelt euch, brecht auf aus allem, was bei euch starr und verkrustet ist.

Was bei uns fest und erstarrt ist? Wie gesagt: Eigentlich müssten wir diesen Teil der Andacht selbst schreiben oder sagen wir besser: leben! Aber so ein paar Hinweise will ich geben: Wie viele Beziehungen habe ich, die nicht dem entsprechen, wie es eigentlich sein sollte? Da herrscht Feindschaft zwischen Nachbarn oder gar Verwandten. Da wird seit Jahren geschwiegen, gemieden, die andere Straßenseite gewählt, wenn man einander sieht. Muss ich beschreiben, wie hier ein Aufbruch aussehen könnte? Oder wie festgelegt bin ich doch durch Gewohnheiten: Dies mache ich schon immer so! Das mache ich schon, seit ich denken kann, immer dann und dann! Ob ich damit nicht meinen Leuten auch schon immer auf die Nerven gehe? Ob sie dann und dann nicht den Atem anhalten müssen? Das hätte wohl auch etwas mit Liebe zu tun, wenn ich mich endlich von der einen oder anderen starren Angewohnheit verabschiede! Aber am schlimmsten ist wohl unser Denken: Die ist so! Der bleibt so! Die hat doch damals ... Aus dem wird nie etwas. Von der kann ja auch nichts Gutes kommen. Da kann einer sagen, was er will ...

Wir legen andere fest. Und wir sind damit auch selbst festgelegt. Vielleicht schon seit Jahren. Vielleicht bis zum Ende unserer Tage ... wenn wir nicht endlich aufbrechen und es anders machen! Und es geht. Es müsste gehen. Wenn wir tatsächlich umkehren – es anders machen.Wir hören den Ruf. Und wir wissen, wer uns ruft: Der gute Gott, von dem wir unser Leben und alles, was uns ausmacht, geschenkt bekommen haben. Sollte der uns nicht auch in eine gute Zukunft führen? Ob wir auch hören? Ob wir auch folgen? Welches herrliche Land, welche gute Geschichte mit Gott und den Menschen uns wohl erwartet? Wann brechen wir auf? Ich denke einmal, die vor uns liegende Fasten- oder Passionszeit wäre eine gute Gelegenheit, oder ?

Eine erkenntnisreiche Umkehr wünscht Ihnen

Thomas Exner, Pfarrer in Goslar-Hahndorf

 

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