Worte zum Tag

 

 

Ein heiliges Experiment

Nach viereinhalb Jahren Bauzeit wurden gestern die alten Bronzetüren des Hildesheimer Domes wieder geöffnet.

Damit hat zugleich das Jubiläumsjahr anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der Diözese begonnen, die zu den ältesten und flächengrößten in Deutschland zählt.

Das Motto „Ein heiliges Experiment“ will helfen, unverkrampft auf unsere norddeutsche Kirchengeschichte zu blicken: Auf beeindruckende Lebenszeugnisse und bedeutende Kunstschätze als beredter Glaubensausdruck ebenso wie auf Versäumnisse und Fehlentwicklungen.

Zwanzig Minuten Glockenklang haben von der Nordseeküste bis Hannoversch Münden und von Bückeburg bis Helmstedt auf das Jubiläum aufmerksam gemacht.

Glaubenswege durch 1200 Jahre Geschichte erinnern uns daran, dass wir zeitlebens Pilger sind. So machen es uns die unzähligen Teilnehmer beim 114. dt. Wandertag in Bad Harzburg vor: Neuland entdecken, gemeinsam unterwegs sein und neue Freunde finden.

Auch als Christen sollten wir uns nie fest einrichten, ob in gewohnten Tätigkeiten oder liebgewordenen Ritualen. „Gott in unsere Mitte, Sonne, die nicht sinkt. Gott schenkt uns Vertrauern und ein Arbeitsfeld. Er will mit uns bauen eine neue Welt“ (Liedtext v. Diethard Zils).

Die Katholische Kirche Nordharz wird während dieser Jubiläumszeit ein Seh-Jahr ausrufen. Es geht den Gremien der vierzehn Kirchorte mit ihren Seelsorgern darum, mit neuer Aufmerksamkeit unsere engere Lebenswelt wahrzunehmen: Wer braucht unseren Beistand? Wo bieten sich geistliche Bündnisse an? Gibt es herausfordernde Orte und Personen, die man kennen und mit denen man im Austausch stehen sollte? Raus aus dem Hamsterrad der Gewohnheiten!

Ulrich Schmalstieg, Pastor, Künstlerseelsorger des Bistums Hildesheim

 

 

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