Worte zum Tag

 

 

Freuet euch!

Freuen Sie sich auch auf das Weihnachtsfest? Es ist doch das Fest der Familie, der Harmonie, des Friedens. Freut euch …

Anfang der Woche ging ich durch die Stadt, war in zwei Geschäften. Freude? Menschen mit versteinerten Gesichtern, Hetze, Kinder wurden hinterher gezogen – ne, Freude sieht anders aus. Musik schallt über den Weihnachtsmarkt, oh schöne weihnachtliche Musik – freuet euch doch mit, es ist das Fest des Jahres. Viele Firmen brauchen es um zu überleben, es ist der Umsatz des Jahres. Freuet euch doch, wenn das Geld fließt. Es ist doch genug da, sonst würden die Umsätze doch nicht so gut sein, freuet euch.

Aber irgendwie kommt nicht so recht die Freude auf. Da ist so viel Sorge um Menschen, da ist Stress auf der Arbeit, da zerrt hier der eine und dazu auch noch ein anderer. Alle wollen ihren Teil der Aufmerksamkeit. Frieden und Ruhe, ja besinnliche Adventszeit – weit gefehlt. Sie will sich einfach nicht einstellen bei der Suche nach dem passenden Geschenk für die, die schon alles haben und zu kostspielig, das geht bei den vielen gar nicht. Ne, es kommt die Freude nicht so richtig auf, genauso wenig wie eine ruhige und besinnliche Zeit.

Vielleicht haben die Menschen doch nicht alles. Und es wird auf das falsche Geschenk geschaut. Ach ja, Weihnachten ist ja überhaupt nur, weil wir an Gottes Geschenk an uns denken. An einen Menschen, der Sohn Gottes war. Als Gottes Sohn geboren oder zu Gottes Sohn geworden in der Taufe, diese Frage ist eher nebensächlich. Aber es geht um den Jesus von Nazareth. Wir hören die Geschichte von der Armut seiner Geburt, wir wissen von ihm, dass es ihm um Beziehung zwischen den Menschen und zu Gott ging. Vielleicht ist das ja ein Ausweg aus diesem Kaufstress in der Adventszeit. Sich mal die Menschen vor Augen zu stellen, die einem etwas bedeuten. Und ihnen etwas von sich selbst zu schenken. Zeit verschenken – ich will etwas für dich tun, mit dir zusammen, ganz gleich ob alt oder jung. Und sich dann diese Zeit vorzustellen … Es ist etwas, das nur für uns ist … Ich und du, was für ein Geschenk, ein Geschenk der Liebe! Und vielleicht, ja vielleicht stellt sich ja dabei auch Freude ein … Ich kann mir das gut vorstellen für mich und meine Lieben.

Dieter Harburg, Pfarrer an St. Georg Goslar Jürgenohl

 

 

 

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