Dürre



Was für ein Sommer. Endlich mal wieder Sonne satt und Wärme, Eis essen und Baden gehen, einfach schön! Schön warm! Zu warm, klagen einige. Und wir merken, dass das, was für die einen schön ist und zum Sommer dazugehört, für die anderen gar nicht schön ist. Wer gesundheitlich nicht auf der Höhe ist, leidet sehr unter der Hitze. Wer draußen arbeitet, kann gar nicht soviel trinken, wie er schwitzt. Und die Natur ist arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Landwirtschaft kann uns das bestätigen.

Dürre kennen wir hier in unseren westlichen Breiten nicht. Eigentlich!

Dieses Jahr spüren wir die Auswirkungen durch die Dürre und Hitze. Letztes Jahr gab es Regen im Überfluss und viele Überschwemmungen. Biblisch gesprochen befinden wir uns zwischen Sintflut und Wüstenwanderung.

Das Klima ändert sich. Das ist nicht ohne. Schon seit langer Zeit rufen die Umweltschützer mahnend auf, das Klima zu schützen. Was tun? Können wir überhaupt noch umkehren?

Ja, das ist schon eine schwierige Frage. Denn wir haben es uns doch recht gemütlich gemacht mit den ganzen Errungenschaften der Neuzeit. Verzichten wollen wir auf nichts. Und doch sehen wir, dass es so nicht weitergeht.

„Gott spricht: ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6 – unsere Jahreslosung für 2018)

Wonach dürstet uns denn? Oder anders gefragt: was brauchen wir denn für unser Leben? Gott hat uns zugesagt, unseren Durst zu stillen, unseren Durst nach einem gelingenden und erfüllten Leben. Deswegen brauchen wir mehr als nur Essen und Trinken. Aber wir brauchen auch nicht alles an Konsum und Möglichkeiten. Nachhaltigkeit ist ein gutes Stichwort, um deutlich zu machen, dass unser Verhalten Auswirkungen hat und wir vorsichtig mit den Ressourcen, mit dem Klima, mit allem umgehen müssen, wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern noch eine Welt hinterlassen wollen, die lebenswert ist. Nachhaltig einkaufen, nachhaltig leben, nachhaltig arbeiten, das ist nicht so leicht, denn wir müssen uns damit beschäftigen, wie das geht. Eigentlich müssten wir die Notbremse ziehen und alles ändern. Aber uneigentlich macht das keiner. Also: was bleibt zu tun? Auf Gott zu vertrauen, dass er das schon richten wird? Sich zurückzuziehen aus der Konsum- und Leistungsgesellschaft und als Einsiedler leben? Sicher nicht. Sondern bewusst mit unserer Umwelt und den Ressourcen umgehen. Nicht alles verbrauchen, was machbar ist, sondern auch da einen guten Umgang mit Wasser und Strom, mit Benzin und Lebensmitteln finden; die unterstützen, die gute Ideen haben für den nachhaltigen Umgang mit unserer Welt. Und: bei allem darauf vertrauen, dass wir von einem Gott begleitet sind, der unseren Durst stillen möchte und uns nicht allein lässt mit den Aufgaben, die anstehen.

Also: guten Durst und gute Ideen für ein gutes Klima!

Peter Wieboldt, Pfarrer in Dörnten, Ostharingen, Upen


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