Salz in der Suppe

 

Am letzten Mittwoch gab es am Abend ein großes Gedränge auf dem Bahnsteig im Bahnhof von Goslar. Denn Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den Kirchengemeinden Frankenberg, St. Stephani, St. Johannis in Ohlhof und aus St. Peter in Sudmerberg warteten auf den Sonderzug ins Konfirmandenferienseminar (KFS). Mit insgesamt 500 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig fuhren sie für die nächsten drei Wochen mit ihren Teams in Richtung Süden. Ihr Ziel war das Ahrntal in Südtirol am Südrand der Zillertaler Alpen. Die Jugendlichen werden dort nicht nur gemeinsame Wanderungen unternehmen, sondern auch gemeinsam auf verschiedenste Weise in Kleingruppen über das diesjährige Thema des KFS „Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander“ nachdenken. Jesus sagt diesen Satz im Markusevangelium (Mk 9, 50).

 

Ohne Salz schmeckt keine Mahlzeit, das wissen wir alle. Dabei können wir es oft nicht mehr sehen, denn die kaum mit dem Auge zu erkennenden Salzkörner können sich auflösen. Aber sie sind dennoch  nicht unbemerkbar. Wir schmecken sofort, ob Salz in der Speise fehlt oder ob zu viel Salz im Essen ist. In Notzeiten begnügten sich Menschen oft mit einer Suppe, die sollte aber wenigsten gesalzen sein. Auf eine Eisfläche gestreut, schmilzt das Eis und wird wieder zu Wasser. So kommt das Wasser wieder in Bewegung. Salz wirkt! Aber es wirkt nur, wenn wir es verwenden, nutzen oder ausschütten.

 

Im Markusevangelium vergleicht Jesus uns in seiner Rede mit dem Salz. Er will uns ermutigen, uns mit unserem Glauben nicht zurückzuziehen oder zurückzuhalten. Er will uns anstoßen, unseren Glauben offen und öffentlich zu leben. Er möchte uns anstoßen, uns mit unseren Begabungen einzubringen, uns in die Fragen, die unsere Gegenwart bewegen, einzumischen. Wir können sozusagen „das Salz in der Suppe“ sein. Überall dort, wo etwas ins Stocken gerät, wo Kälte und Starrsinn das Leben zwischen den Menschen beherrschen, können wir verhärtete Fronten wieder auftauen. Unser Salz ist die dabei die Frage, was dem Frieden im Zusammenleben zwischen den Menschen dient. So streuen wir dann an der richtigen Stelle Salz in die Wunde unserer einen Welt.

 

Übrigens, die Jugendlichen im Konfirmandenferienseminar werden während ihrer gemeinsamen Zeit  in Südtirol schnell merken, dass sie bei Konflikten nur etwas in ihrer Gruppe verändern können, wenn sie auf ihre Mitmenschen zugehen!

 

Dirk Glufke, Pfarrer im Pfarrverband Liebenburg – Klein Mahner

 

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