Worte zum Tag

 

Die gute Nachricht

Gute, frohe Nachrichten gibt es zurzeit nicht viele. Eher jagt eine Katastrophe die nächste. Heute ist der Tag des Evangelisten Markus, des Mannes also, der als erster die Idee hatte, die überlieferten Jesusgeschichten zu sammeln und zu einem literarischen Werk zusammenzustellen. Sein Buch beginnt mit den Worten „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. Dieser Satz wurde später zum Titel seines Buches. Damit ist Markus sozusagen der „Erfinder“ der Literaturgattung der Evangelien. Und Evangelium heißt übersetzt „Frohe Botschaft“ oder „Gute Nachricht“.

Aber was ist das Frohe und Gute daran? Das Evangelium nach Markus ist recht kurz und konzentriert sich von Beginn an auf das Wirken des erwachsenen Jesus. Auch die erste Predigt, die Jesus hält, ist bei Markus nicht lang: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ Diese Herrschaft Gottes wird bei Markus auch später nicht mit großen Worten beschrieben; bei ihm bringt Jesus den Menschen das Reich Gottes in Bildern und Gleichnissen nahe, die aus dem Alltagsleben stammen. Und genau das kann zu einer neuen Sicht auf die Lebenswirklichkeit führen, wie z. B. beim Gleichnis vom Senfkorn: Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

Ich möchte die Katastrophen und Problem unserer Zeit nicht schönreden. Jesus hat nicht umsonst von Umkehr gesprochen, die notwendig ist, weil der Glaube an das Evangelium nicht ohne Konsequenz gelebt werden kann. Aber wichtig scheint mir auch zu sein, die vielen kleinen frohen Botschaften und guten Nachrichten nicht aus dem Blick zu verlieren, die wir im Alltag hören und erleben. In ihnen scheint das Reich Gottes immer wieder neu auf. In ihnen bricht es an – auch in unserer Zeit und hoffentlich auch in ihnen und mir. Und wer weiß, was sich in diesem Bewusstsein alles im Kleinen und Großen ändern lässt.

Gemeindereferent Marco Koch, Katholische Kirche Nordharz

 

 

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