Worte zum Tag

 

Endlich Ferien!

Endlich Ferien! Das mögen viele Menschen in unserer Stadt gedacht haben, als es am Mittwoch nach einem ungewöhnlich langem Schuljahr Zeugnisse gab! Ganz sicher freuten sich darüber Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Erzieherinnen.

Ferienzeit ist Zeit von Muße und von Unternehmungen. Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal in einem Kletterpark. Zunächst lief alles gut, aber dann wagte ich einen Blick nach unten und meine Knie fingen an zu zittern! Wie tief das runterging! Was würde passieren, wenn ich falle?

Bevor ich in Panik geriet, rief mir meine Freundin zu: nimm den Karabiner und hake dich ein! Dann bist du gesichert! Was für ein Glück, dachte ich. Und da sah ich auch wieder mein Ziel vor Augen.

Den Mädchen und Jungen der vierten Klasse haben wir am letzten Schultag einen Fisch-Karabiner für ihren weiteren Lebensweg mitgegeben. Einen Fisch, der gleichzeitig ein Karabiner-Haken ist.

Der Fisch war im frühen Christentum ein Wegweiser zu Menschen, denen man trauen konnte.

Die ersten Christen benutzten in der Zeit der Verfolgung den Fisch als geheimes Erkennungszeichen: War man sich nicht sicher, ob eine anwesende, unbekannte Person ein Nachfolger Jesu war, zeichnete man einen Bogen in den Sand. Vollendete der Unbekannte das Symbol durch einen Gegenbogen zu diesem Fisch, gab er sich damit als an Jesus gläubig zu erkennen. Der Fisch wurde bald zum wichtigsten Symbol der Christenheit, denn er repräsentiert auf griechisch (Ichthys) die Anfangsbuchstaben eines grundlegenden Bekenntnisses: Jesus Christus (ist) Gottes Sohn und Erlöser.

Diese Bedeutung steckt im kleinen Fisch aus Metall. Der Fisch-Karabiner soll die Kinder vergewissern, dass Gott sie hält. So wie bei einer Bergtour ein Haken das Seil sichert.

Diese Fisch möge auch uns daran erinnern: Kraft der Taufe sind wir bei Gott fest eingeklinkt.

Und das gibt Mut zum Aufbruch!

Karin Liebl, Pfarrerin der Gemeinden Markt und Neuwerk

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