Worte zum Tag

 

Nur noch kurz die Welt retten

Dieser von Tim Bendzko im Jahr 2011 populär gemachte Song kam mir dieser Tage in den Sinn. Warum? In der Kirche Nordharz begehen wir gerade ein Sehjahr: Hinsehen, was passiert. „Noch 148 Mails checken, wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel.“ Seine zum Schmunzeln führende Unbeschwertheit hat der Popsong ein wenig verloren. Denn es passiert wahrlich viel: islamischer Krieg, Pegida, Pariser Anschlag. Jeder redet darüber. Unserer Gesellschaft wird immer deutlicher ihre Eingebundenheit in Weltentwicklungen vor Augen geführt. Bloß: Opferzahlen sinnloser Gewalt sind anderswo noch beängstigender. Da werden hiesige Bestürzungen über den tragischen Tod des Fussballers Junior Malanda oder den bitteren Krebstod des Landesbischofs Weber innerhalb der Gebetswoche für die Einheit der Christen zur Verschärfung der Frage: Wer rettet die Welt wirklich?

Eine biblische Prophetenerzählung beginnt damit, dass Jona von Gott den Auftrag erhält, nach Ninive zu gehen und der Stadt und ihren Bewohnern ob ihrer Bosheit ein Strafgericht Gottes anzudrohen. Auf der Flucht vor dieser Berufung gerät er mit weiteren Seefahrern in schweres Wetter, so dass jeder zu seinem Gott ruft, außer Jona. Seine Teilnahmslosigkeit am Schicksal der anderen entlarvt ihn.

Gott, der Eine und Einzige ruft jeden von uns an seinen Platz und in den Dialog. Ob Jude, Muslim oder Christ, beten wir zu unserem Gott und leben wir vor, was, besser wer die Welt rettet! „Die Zeit läuft mir davon, zu warten wäre eine Schande, für die ganze Weltbevölkerung.“ Ninive bekehrte sich.

Pastor Ulrich Schmalstieg, Künstlerseelsorger des Bistums Hildesheim

 

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