Propsteisynode

 

Die Propsteisynode ist das „Parlament“ der Gemeinden und Einrichtungen unserer Propstei.

Als solche wählt sie natürlich den „Regierungschef“, den Propst, und beschließt den Haushaltsplan und den Stellenplan der Propstei.

Aber darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer kirchlicher Aufgaben, an denen sie beteiligt ist. Umfassend wird dies in § 37 Abs. 1 der Propsteiordnung beschrieben:

  • Die Propsteisynode berät Fragen des kirchlichen Lebens, insbesondere Angelegenheiten der Propstei. Sie kann der Landessynode Anregungen geben und in Angelegenheiten von gesamtkirchlicher Bedeutung ... Anträge an die Landessynode stellen.

So kann die Synode zu einer wichtigen Kontaktstelle werden, die Anregungen und Kritik von der „Basis“, den Gemeinden, aufnimmt und diese „nach oben“, zur Landessynode oder zum Landeskirchenamt weiter gibt.

Für die Gemeinden kann die Synode, wenn sie ihre Möglichkeiten nutzt, eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und zum Kennenlernen neuer Ansätze einer lebendigen Gemeindearbeit sein.

Die Goslarer Propsteisynode hat sich damit nicht begnügt, sondern immer auch gesellschaftliche Kernthemen aufgegriffen, bei denen es etwa um die Bewahrung von Leben, Schöpfung und Frieden geht. Indem sie dabei den christlichen Blickwinkel herausarbeitet und durch Erklärungen in die Öffentlichkeit trägt, nimmt sie in maßvoller Weise an der gesellschaftlichen Wertediskussion teil.



 

Die Synoden im Jahr 2013

 

Sommer-Synode

Dienstag, 28.5.2013, 19.00-22.00 Uhr in der Gemeinde Ohlhof

a) Künftige Synodenarbeit (Referat Dr. Hans W. Schünemann)

Stichworte:

o      Bessere Kommunikation mit den Gemeinden, dazu ab und zu auch Berichte über gelungene Gemeindeprojekte in der Synode

o      Behandlung von drängenden Strukturfragen zur Zukunft der Gemeinden (z.B. Finanzausgleichsgesetz, Schaffung von „Gestaltungsräumen“) und zu den Aufgaben und Zielen der Propstei als Mittelinstanz in der Zukunft

o      Schwerpunktthemen zu „Glauben in unserer Zeit“, bei denen wir immer wieder fragen, wie wir unsere gute Botschaft in Inhalt Sprache und Form weitergeben können

o      Schwerpunktthemen unter dem Stichwort „Unsere Verantwortung für die Gesellschaft und in der Gesellschaft“, für die sich eine Vielzahl von wichtigen gesellschaftlichen/sozialen/sozialethischen Fragen anbietet, zu denen die Kirche nicht schweigen darf

b) Hauptthema: „Religion – Hilfe oder Hemmnis der Integration“

(Referent: Prof. Dr. Lähnemann, Nürnberg-Erlangen, jetzt Goslar)

Auszug aus der Berichterstattung der Goslarschen Zeitung:

Überwindet das Pauschaldenken

Ein brisantes Thema hatte sich die Propsteisynode Goslar für die erste Sitzung nach ihrer Neukonstituierung vorgenommen.

Prof. Dr. Johannes Lähnemann, in Goslar lebender Religionspädagoge der Universität Erlangen-Nürnberg, referierte zum Thema „Religionen – Hemmnisse oder Hilfen der Integration?“ Anhand reicher eigener Erfahrungen zeigte er die Hemmnisse auf, mit denen bestimmte Ausprägungen der Religionen die Integration behindern. Besonders wies er hin auf die Einstellung zur Religionsfreiheit, die Parallelgesellschaften in Ballungsräumen und die Pauschalbilder von „den Anderen“, wie sie teilweise auch von den Medien verbreitet werden. Als bedenklichen Mangel stellte er das Fehlen einer umfassenden kulturell-religiösen Bildung in den Elternhäusern, Kindergärten und Schulen heraus.

Ermutigend war sein Bericht über vielfältige Bemühungen der Kirchen und muslimischer Verbände um Integration, zum Beispiel der Brief von 138 muslimischen Führern an die Repräsentanten des Christentums, die Arbeit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Runde Tisch der Religionen. Höchst anregend wies er auf Möglichkeiten hin, die an der Basis bestehen, wie lokale Foren, in denen sich verschiedene Religionen treffen, oder Aktionen wie „Lade deinen Nachbarn ein!“ und „Weißt du wer ich bin?“, die sich durchaus auch von Einzelnen oder kleineren Gruppen gestalten lassen.

Der Vortrag endete mit einigen griffigen Anregungen zum Thema „Interreligiöser Dialog“, die man sich über den Spiegel hängen kann. Zum Beispiel: Erneuert euch, modernisiert euch! Überwindet das Pauschaldenken! Lest miteinander eure heiligen Schriften! Tretet füreinander ein!

In „Murmelgruppen“, in denen das Gehörte diskutiert wurde, ergaben sich vielfältige Fragen, die Prof. Lähnemann zum Abschluss mit großer Sachkunde und Lebendigkeit behandelte.

 

Herbst-Synode

Donnerstag, 5.9.2013, 19.00-22.00 Uhr in der Gemeinde Sehlde

Thema: „Pfarrverbände neuen Typs“

Hauptthema war der Plan der Landeskirche Braunschweig, „Pfarrverbände neuen Typs“ zu schaffen. Gemeint sind damit Zusammenschlüsse von einzelnen Kirchengemeinden zu „Gestaltungsräumen“, in denen die Aufgaben der Gemeinden gebündelt werden.

Alle Gemeinden wissen, dass Kooperation künftig nötig sein wird. Dennoch haben diese Pläne zu Beunruhigung an der Basis geführt. Denn die Gemeinden sind bisher an diesen Überlegungen nicht beteiligt worden. Und sie können zu einschneidenden Konsequenzen führen, weil auch die Übertragung von Personalhoheit und Finanzhoheit auf die übergeordnete Instanz erwogen wird.

Die Propstei Goslar besteht auf einer Beteiligung der Gemeinden und hat als ersten Schritt dazu diese Synode durchgeführt:

Kurzreferate:

a.) Pfarrer Andreas Jensen
erinnerte kurz an den „Moderierten Prozess“ in Goslar, bei dem Vereinbarungen an der Basis zu sinnvollen neuen Strukturen geführt haben.

b.) Pfarrer Dr. Axel Heike-Gmelin
berichtete über den Grundsatzbeschluss der Landessynode zur „Stellen- und Strukturplanung, der die Bildung von „Gestaltungsräumen“ mehrerer Gemeinden vorsieht, in denen dann die Gemeinden die ihnen entsprechenden Formen der Zusammenarbeit finden sollen (Pfarrverbände verschiedener Typen oder Fusion).

c.) Pfarrer Jürgen Grote (Groß Elbe)
unterzog den Plan der Landeskirche am Beispiel des Innerstetals einer scharfen Kritik.

Es schloss sich eine lebhafte Diskussion an, die mit einer Entschließung endete:

Die Synode hat den Eindruck, dass der Zeitplan für die Entscheidungsfindung über die Gestaltungsräume und die damit verbundenen Regelungen zu eng gesteckt ist für eine ausreichende Beteiligung der Propsteien und Gemeinden.

Wir fordern die Landessynode auf, mindestens ein weiteres Jahr zur Verfügung zu stellen für konstruktive Beteiligungen an den Entscheidungsprozessen.

Propsteivorstand und Propsteisynode werden dies Thema weiter verfolgen.

 

Winter-Synode

Samstag, 2.11.2013, 10.00-15.00 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben)

Hauptthema: „Befreiung vom Überfluss“

(Referent: Prof. Dr. Niko Paech, Oldenburg)

Christinnen und Christen, die ihre Schöpfungsverantwortung ernst nehmen, sind tief beunruhigt über die sozialen Verwerfungen und gefährlichen Umweltbelastungen, die von der geltenden Wirtschaftsordnung herbeigeführt werden.

Unter dem Stichwort  „Postwachstumsökonomie“ beschäftigen sich Prof. Dr. Nico Paech und sein Team seit Jahren mit einer Alternative. Weit über landläufige Vorstellungen von „nachhaltigem“ oder „grünem“ Wachstum hinausgehend plädiert er für eine Wirtschaftsordnung, in der die Menschen in Respekt und Verantwortung mit der Natur und ihren Mitgeschöpfen leben, die begrenzten Ressourcen genügsam nutzen und die Schönheit der Erde für kommende Generationen bewahren.

Hinweise dazu: http://postwachstumsoekonomie.org/html/paech_grundzuge_einer_postwach.html

und http://www.akademie-solidarische-oekonomie.de/index.php

 



Anregungen der Propsteisynode Goslar zur Frage einer evangelischen Zeitung

Die Evangelische Zeitung ist mit ihren Berichten zu Fragen des Glaubens, der
Gemeindearbeit und der Entwicklung der Kirche eine Informationsquelle, die
viele Menschen nicht missen möchten.

Das Missverhältnis von finanziellem Aufwand und Zahl der Abonnenten ist der
Propsteisynode Goslar bewusst.

Gleichwohl bedauert sie es, dass der maßvolle Zuschuss der Landeskirche
Braunschweig zu dieser Zeitung gestrichen worden ist, bevor eine Alternative
in Sicht
ist.

Wir bitten daher den Medienausschuss, bei seinen Überlegungen zu berück-
sichtigen,

o  dass die Information über Gemeindeaktivitäten über Gemeinde-, Propstei-
und Landeskirchengrenzen hinweg für die „Basis“ hochwichtig und anre-
gend ist

o  dass gerade die Information über „kleine Themen“ die Identifikation mit un-
serer Kirche stärkt

o  dass besonders für Gemeindemitglieder und Mitarbeiter, die sonst wenig
Zugang zu kirchlichen Informationen haben, ein Medium zur Verfügung
stehen muss

o  dass das Internet von weiten Kreisen der EZ-Leser nicht genutzt wird und
deshalb keine Alternative ist

o  dass Informationen durch die Pressestelle die journalistische Bearbeitung
von Themen nur bedingt ersetzen kann

o  dass daher der materielle Gesichtspunkt bei diesem Thema nicht der allein
oder überwiegend entscheidend sein darf.

Liebenburg, im Februar 2013

Dr. Hans W. Schünemann, Vorsitzender der Propsteisynode
Thomas Gunke, Propst

 


 

Entschließung zu dem Vorhaben der Landeskirche, die Gemeinden in „Gestaltungsräumen“ zu organisieren (vgl. 14. Landessynode)

Die Propsteisynode Goslar hat den Eindruck, dass der Zeitplan für die Entscheidungsfindung über die Gestaltungsräume und die damit verbundenen Regelungen zu eng gesteckt ist für eine ausreichende Beteiligung der Propsteien und Gemeinden.

Wir fordern die Landessynode auf, mindestens ein weiteres Jahr zur Verfügung zu stellen für konstruktive Beteiligungen an den Entscheidungsprozessen.

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